Architekturfotografie für Unternehmen: 7 wichtige Kriterien
Wer Architekturfotografie für Unternehmen und Immobilien beauftragt,
braucht mehr als technisch saubere Bilder.
Emotionen sollen erzeugt werden.
Professionelle Architekturaufnahmen müssen Räume erlebbar machen und gleichzeitig für Marketing, Unternehmenskommunikation und Immobilienvermarktung funktionieren.
Dieses ist emeinent wichtig für Firmengebäude und Bürogebäude ebenso wie für Hotels,
Gewerbeimmobilien, Produktionsstandorte oder hochwertige Innenarchitektur.
Als Unternehmens- und Architekturfotograf beschäftige ich mich deshalb bei jedem Projekt unter anderem mit der Frage, wie ein Gebäude gut aussieht.
Genauso wichtig ist:
Was sollen die Bilder später für das Unternehmen oder die Immobilie leisten?
Jedes Foto hat einen Sinn bzw Auftrag.
Architekturfotografie wird heute auf Webseiten, in Geschäftsberichten,
Immobilienexposés, Pressemitteilungen, Broschüren, Social Media und
kompletten Immobilienkampagnen eingesetzt.
Was zeichnet professionelle Architekturfotografie für Unternehmen aus?
Professionelle Architekturfotografie verbindet die präzise Darstellung eines Gebäudes mit seiner späteren Verwendung im Marketing.
Ein Architekturfoto zeigt ganz klar die Linien und Perspektiven, die der Architekt kreiert hat.
Dazu gehören unter anderem die Wahl des richtigen Kamerastandpunkts,
kontrollierte Perspektiven, die Planung nach Sonnenstand und Tageszeit,
professionelle Innen- und Außenaufnahmen sowie eine Bildauswahl,
die für unterschiedliche Medien funktioniert.
Dabei sollte Architektur nicht künstlich spektakulärer gemacht werden, als sie tatsächlich ist.
Ein gutes Architekturfoto zeigt vielmehr, was an einem Gebäude besonders ist.
Diese sieben Kriterien sind aus meiner Sicht entscheidend.
1. Perspektive und Linienführung müssen zur Architektur passen
Architektur besteht aus Linien, Flächen, Formen und Proportionen.
Schon kleine Veränderungen des Kamerastandpunkts können deshalb darüber entscheiden,
wie ein Gebäude auf einem Foto wahrgenommen wird.
Gerade bei Firmengebäuden und Bürogebäuden ist das besonders wichtig.
Ein großzügig geplantes Gebäude kann durch eine ungünstige Perspektive plötzlich gedrungen wirken.
Gleichzeitig kann ein zu extremer Weitwinkel Räume oder Fassaden größer erscheinen lassen, als sie tatsächlich sind.
Bei meinen Architekturaufnahmen beschäftige ich mich deshalb intensiv mit Kamerahöhe,
Blickrichtung, Brennweite und Bildausschnitt.
Stürzende Linien zu vermeiden ist das non-plus Ultra.
Das Ziel ist dabei nicht, Architektur künstlich zu verändern.
Das Ziel ist, sie so darzustellen, wie sie gedacht wurde.
2. Die richtige Tageszeit entscheidet über das Bild
Architekturfotografie beginnt oft schon vor dem eigentlichen Fototermin.
Denn ein Gebäude sieht um 9 Uhr morgens vollkommen anders aus als um 16 Uhr am Nachmittag.
Vor einer Produktion prüfe ich deshalb beispielsweise:
Wo steht die Sonne?
Welche Fassade bekommt zu welcher Tageszeit Licht?
Wann entstehen harte Schatten?
Wo spiegeln sich andere Gebäude?
Wann funktioniert das Zusammenspiel von Innen- und Außenlicht besonders gut?
Bei umfangreicheren Produktionen bedeutet das durchaus, dass verschiedene Seiten eines Gebäudes zu unterschiedlichen Tageszeiten fotografiert werden.
Besonders spannend kann die Zeit rund um Sonnenuntergang sein.
Während der sogenannten blauen Stunde wird die Beleuchtung innerhalb eines Gebäudes zunehmend sichtbar, während draußen noch genügend Umgebungslicht vorhanden ist.
Gerade bei Hotels, Bürogebäuden und modernen Gewerbeobjekten können dadurch sehr atmosphärische Bilder entstehen.
3. Innenräume dürfen nicht durch extreme Weitwinkel verzerrt werden
Bei der Fotografie von Innenarchitektur und Büroinnenräumen besteht eine besondere Herausforderung.
Ein dreidimensionaler Raum muss auf einem zweidimensionalen Foto verständlich werden.
Die vermeintlich einfache Lösung wäre ein extrem weitwinkliges Objektiv.
Damit bekommt man zwar sehr viel Raum auf ein einzelnes Bild. Gleichzeitig verändern sich jedoch schnell die tatsächlichen Proportionen.
Räume wirken größer.
Möbel werden auseinandergezogen.
Entfernungen erscheinen länger, als sie tatsächlich sind.
Professionelle Innenarchitekturfotografie bedeutet deshalb nicht, möglichst viel Raum auf ein Foto zu bekommen.
Viel wichtiger ist eine glaubwürdige räumliche Wirkung.
Der Betrachter sollte erkennen können, wie Architektur, Einrichtung, Materialien und Licht zusammenspielen.
Gerade bei hochwertigen Büroinnenräumen oder Hotelzimmern können mehrere bewusst gewählte Perspektiven wesentlich aussagekräftiger sein als eine einzige extreme Weitwinkelaufnahme.
4. Gute Architekturfotografie beginnt mit Ordnung
Bevor ich ein Foto mache, schaue ich mir das Motiv sehr genau an.
Denn Dinge, die im normalen Alltag kaum auffallen, können auf einem Foto plötzlich extrem störend wirken.
Ein Papierkorb.
Ein Kabel.
Eine offene Schranktür.
Eine Kaffeetasse.
Schief stehende Stühle.
Hinweisschilder.
Lose Unterlagen auf einem Tisch.
All diese kleinen Elemente beeinflussen die Wirkung des späteren Fotos.
Deshalb gehört für mich auch die Vorbereitung des Motivs zur professionellen Architekturfotografie.
Das bedeutet nicht, einen vollkommen künstlichen Raum zu erschaffen.
Ein Büro darf durchaus wie ein Büro aussehen.
Ein Hotel darf genutzt wirken.
Aber möglichst jedes sichtbare Element sollte einen Grund haben, warum es sich im Bild befindet.
Die Ruhe, die hochwertige Architekturfotografie häufig auszeichnet, entsteht selten zufällig.
5. Menschen können Architektur verständlicher machen
Architekturfotografie muss nicht menschenleer sein.
Bei vielen Projekten können Menschen sogar einen wichtigen Beitrag zur Bildwirkung leisten.
Sie zeigen Größenverhältnisse und helfen dabei, die Nutzung eines Gebäudes verständlich zu machen.
Ein Mitarbeiter in einem großzügigen Bürobereich vermittelt beispielsweise eine Vorstellung davon, wie der Raum tatsächlich funktioniert.
Menschen in einer Hotellobby erzeugen Atmosphäre.
Eine einzelne Person vor einer großen Fassade kann die Dimension des Gebäudes verdeutlichen.
Entscheidend ist für mich dabei, dass die Menschen nicht zum eigentlichen Hauptmotiv werden.
Sie unterstützen die Architektur.
Gerade für Immobilienexposés und Immobilienkampagnen entsteht dadurch ein wichtiger Unterschied.
Das Bild zeigt nicht nur einen Raum.
Es vermittelt dem Betrachter eine Vorstellung davon, wie dieser Raum erlebt werden kann.
6. Architekturfotografie muss für verschiedene Medien funktionieren
Ein Unternehmen benötigt heute selten nur fünf schöne Bilder eines Gebäudes.
Fotos werden auf Webseiten genutzt, auf LinkedIn veröffentlicht, in Broschüren integriert oder in Präsentationen, Pressemitteilungen und Geschäftsberichten verwendet.
Bei Immobilienprojekten kommen möglicherweise zusätzlich Immobilienexposés und Immobilienkampagnen hinzu.
Deshalb denke ich bei der Aufnahme bereits darüber nach, wo die Bilder später eingesetzt werden können.
Neben klassischen Gesamtansichten fotografiere ich deshalb beispielsweise:
Detailaufnahmen,
mittlere Perspektiven,
Innenräume,
Außenansichten,
hochformatige Motive,
querformatige Motive
und Bilder mit bewusst eingeplantem Freiraum für Text oder Gestaltung.
So entsteht keine Sammlung einzelner Fotos, sondern eine Bildwelt, die sich innerhalb der gesamten Kommunikation eines Unternehmens einsetzen lässt.
7. Bildbearbeitung sollte Architektur unterstützen und nicht verändern
Professionelle Architekturfotografie endet nicht mit der Aufnahme.
Die anschließende Bildbearbeitung ist ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit.
Dabei werden beispielsweise Helligkeiten ausgeglichen, Farben abgestimmt und Perspektiven fein korrigiert.
Gerade bei Innenaufnahmen besteht häufig eine Herausforderung darin, sehr helle Fensterflächen mit deutlich dunkleren Bereichen innerhalb eines Raumes in Einklang zu bringen.
Auch kleinere störende Elemente können im Rahmen der Bildbearbeitung entfernt werden.
Die Grenze sollte allerdings dort liegen, wo die tatsächliche Architektur verändert wird.
Materialien, Raumgrößen oder wesentliche Eigenschaften eines Gebäudes sollten nicht so manipuliert werden, dass beim Betrachter ein falscher Eindruck entsteht.
Eine gute Bildbearbeitung fällt deshalb im besten Fall gar nicht auf.
Was ist der Unterschied zwischen Immobilienfotografie und Architekturfotografie?
Die Grenzen sind fließend, die Zielsetzung ist jedoch häufig unterschiedlich.
Bei klassischer Immobilienfotografie steht oftmals die schnelle und möglichst vollständige Darstellung einer Immobilie für Verkauf oder Vermietung im Vordergrund.
Architekturfotografie beschäftigt sich stärker mit Gestaltung, Architektur, Licht, Materialität und der Wirkung eines Gebäudes.
Für Unternehmen, Architekturbüros, Projektentwickler und Immobiliengesellschaften überschneiden sich beide Bereiche häufig.
Hier müssen Bilder einerseits dokumentieren und informieren, gleichzeitig aber auch langfristig im Marketing funktionieren.
Wann ist die beste Tageszeit für Architekturfotografie?
Eine allgemeingültige Uhrzeit gibt es nicht.
Die optimale Tageszeit hängt von der Ausrichtung des Gebäudes, seiner Architektur, der Umgebung und der gewünschten Bildwirkung ab.
Eine Nordfassade benötigt beispielsweise eine andere Planung als ein Gebäude mit großen Glasflächen nach Westen.
Deshalb sollte der Sonnenstand bereits vor dem Fototermin berücksichtigt werden.
Bei größeren Gebäuden kann es sinnvoll sein, mehrere Zeitfenster für eine Produktion einzuplanen.
Wie viele Fotos braucht man von einem Firmengebäude?
Auch darauf gibt es keine pauschale Antwort.
Die benötigte Anzahl hängt davon ab, wie vielfältig die Bilder später eingesetzt werden sollen.
Für eine Unternehmenswebseite werden häufig nicht nur klassische Außenansichten benötigt.
Interessant können zusätzlich Eingangsbereiche, Büros, Besprechungsräume, Arbeitsbereiche, Architekturdetails, Produktionsflächen oder Aufnahmen mit Mitarbeitern sein.
Ich plane solche Produktionen deshalb möglichst nicht nach dem Prinzip „Wie viele Bilder benötigen wir?“, sondern nach der Frage:
Welche Motive benötigt das Unternehmen für seine Kommunikation?
Warum ist professionelle Architekturfotografie für Unternehmen wichtig?
Ein Firmengebäude ist mehr als eine Immobilie.
Architektur transportiert Werte.
Ein moderner Unternehmenssitz kann beispielsweise für Innovationskraft stehen. Ein offen gestaltetes Büro kann Unternehmenskultur vermitteln. Ein hochwertig eingerichtetes Hotelzimmer erzeugt Erwartungen an das spätere Erlebnis.
Professionelle Architekturfotografie macht diese Eigenschaften sichtbar.
Deshalb sind gute Architekturaufnahmen nicht ausschließlich Dokumentation.
Sie werden Teil der visuellen Unternehmenskommunikation.
Welche Gebäude fotografiere ich?
Mein Schwerpunkt liegt auf Architekturfotografie für Unternehmen und Immobilien.
Dazu gehören unter anderem:
Firmengebäude und Bürogebäude,
Innenarchitektur und Büroinnenräume,
Hotels,
Gewerbeobjekte,
Produktionsgebäude,
öffentliche Gebäude
sowie Immobilienprojekte für Unternehmenskommunikation und Marketing.
Ich arbeite von Münster aus in Nordrhein-Westfalen und bundesweit.
Architekturfotografie in Deutschland: Entscheidend ist das Zusammenspiel
Professionelle Architekturfotografie in Deutschland besteht aus vielen einzelnen Entscheidungen.
Perspektive.
Licht.
Tageszeit.
Bildaufbau.
Raumwirkung.
Menschen.
Bildbearbeitung.
Erst das Zusammenspiel dieser Faktoren erzeugt Bilder, die mehr können als ein Gebäude lediglich zu dokumentieren.
Bei meinen Produktionen ist mir deshalb wichtig, bereits vor dem ersten Foto zu verstehen, wer die Bilder später sehen soll und wo sie eingesetzt werden.
Denn ein gutes Architekturfoto zeigt Architektur.
Ein erfolgreiches Architekturfoto erfüllt darüber hinaus eine Aufgabe im Marketing des Unternehmens.
Häufige Fragen zur Architekturfotografie für Unternehmen
Was kostet professionelle Architekturfotografie?
Die Kosten hängen unter anderem vom Umfang des Gebäudes, der Anzahl der gewünschten Motive, dem Zeitaufwand, der notwendigen Lichttechnik, der Bildbearbeitung und den vorgesehenen Nutzungsrechten ab. Ein Bürogebäude mit Innen- und Außenaufnahmen stellt beispielsweise andere Anforderungen als die Fotografie einzelner Hotelzimmer oder eines großen Gewerbeobjekts.
Wie lange dauert ein Architekturfotoshooting?
Das hängt stark vom Projekt ab. Bei Außenaufnahmen beeinflusst unter anderem der Sonnenstand die Planung. Bei Innenaufnahmen kommen die Vorbereitung der Räume und gegebenenfalls zusätzliche Lichttechnik hinzu. Für größere Gebäude kann deshalb ein ganzer Produktionstag oder die Aufteilung auf mehrere Zeitfenster sinnvoll sein.
Sollten auf Architekturfotos Menschen zu sehen sein?
Das hängt vom Verwendungszweck ab. Menschen können Größenverhältnisse vermitteln und zeigen, wie ein Gebäude genutzt wird. Besonders bei Bürogebäuden, Hotels und Gewerbeobjekten können sie die Architektur lebendiger und verständlicher machen.
Können Architekturfotos für Immobilienexposés verwendet werden?
Ja. Hochwertige Architekturaufnahmen eignen sich sowohl für Immobilienexposés und Immobilienkampagnen als auch für Webseiten, Pressearbeit, Social Media, Präsentationen und andere Marketingmaßnahmen.
Fotografieren Sie Architekturobjekte nur in Münster und NRW?
Nein. Mein Standort ist Münster. Architektur- und Unternehmensfotografie realisiere ich jedoch sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch deutschlandweit.
Autor: Matthias Rethmann
Tour-Files Fotografie – Unternehmens- und Architekturfotografie aus Münster
Professionelle Fotografie von Firmengebäuden, Bürogebäuden, Innenarchitektur, Hotels und Gewerbeobjekten in NRW und bundesweit.
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